Ein kurzer Überblick über die Bewahrung des Korans

Ein kurzer Überblick über die Bewahrung des Korans
Von Équipe pédagogique Nour Al Huda 18. April 2026 7 Min. 5 Aufrufe
Wissenschaftliche Artikel

Von der mündlichen Auswendiglernung bis zur schriftlichen Kodifizierung: ein Rückblick auf die wichtigsten historischen Etappen der Bewahrung des Korantextes.

Die Bewahrung des Korans beruht historisch auf zwei einander ergänzenden Säulen: dem mündlichen Auswendiglernen und der schriftlichen Aufzeichnung. Zu Lebzeiten des Propheten ﷺ lernten viele Gefährten den gesamten Text auswendig, sobald er offenbart wurde, während Schreiber Teile davon auf verschiedenen Materialien festhielten (Pergament, flache Knochen, Palmblätter). Nach dem Tod des Propheten ﷺ veranlasste die Schlacht von Yamama (12 n. H. / 633 n. Chr.), bei der mehrere Koran-Auswendiglerner starben, Kalif Abu Bakr, die erste vollständige Zusammenstellung des Textes in einem einzigen Band (Mushaf) unter der Aufsicht von Zayd ibn Thabit anzuordnen. Einige Jahre später, unter dem Kalifat von Uthman ibn Affan, führte die Ausbreitung des Islam in Regionen mit unterschiedlichen arabischen Dialekten zu Unterschieden in der Rezitation. Der Kalif ordnete daraufhin die Erstellung einer einheitlichen Referenzkopie an, die an die wichtigsten Provinzen gesandt wurde, um die schriftliche Überlieferung des Textes zu vereinheitlichen. Seitdem gilt die ununterbrochene mündliche Überlieferung (Tawatur), die von Generation zu Generation durch Ketten von Auswendiglernern getragen wird, weiterhin als die wichtigste Grundlage für die Bewahrung des Korans, wobei die schriftliche Fassung als treue und ergänzende Stütze dient. Diese doppelte Überlieferung, mündlich und schriftlich, erklärt die bemerkenswerte Stabilität des Korantextes über die Jahrhunderte hinweg.
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